Stammt Homo Erectus aus Georgien?

Neueste Erkenntnisse legen neue Deutung der Menschheitsgeschichte nah

8. Juni 2011

Neueste Forschungen eines US-Forscherteams könnten das bisherige Wissen über die Entwicklung des Menschen auf den Kopf stellen. Bei Ausgrabungen im südgeorgischen Dmanisi  wurden Hinweise auf frühe menschliche Siedlungen im heutigen Georgien entdeckt. Die neuen Funde widersprechen damit der gängigen Lehrmeinung, dass der Homo erectus, der Vorgänger des Menschen, aus Ostafrika stammt. So könnte im eurasischen Kaukasus bereits früher gesiedelt worden sein als bisher bekannt.
Ein Team um Reid Ferring und David Lordkipanidze vom Georgia National Museum entdeckte in tiefer gelegenen Schichten in Dmanisi mehr als hundert Werkzeuge sowie weitere Gegenstände aus Stein, die aus der Zeit vor rund 1,85 Millionen Jahren stammen. Zuvor in der Ausgrabungsstätte gefundene Knochen waren lediglich rund 1,7 Millionen Jahre alt gewesen. Die jüngsten Entdeckungen seien nicht nur wesentlich älter, sondern legten zugleich den Schluss nahe, dass es sich in Dmanisi um eine über längere Zeit sesshafte Bevölkerung gehandelt habe und nicht nur um Kolonialisten auf der Durchreise, hieß es in dem Fachartikel weiter.
Bei den Bewohnern der Stätte handle es sich um die ältesten bekannten Vertreter des Homo erectus außerhalb Afrikas, sagt Ferring. Möglicherweise habe sich der Vorgänger des Menschen daher von der Region im Kaukasus aus in Richtung Afrika ausgebreitet – und nicht umgekehrt. Um dies zu belegen, sei allerdings noch weitere Forschung nötig, räumt der Wissenschaftler ein.


Quelle: Focus.de