Der Schwarzmeerhafen von Batumi.

Internationale Verflechtung nimmt zu

Handel betreibt Georgien größtenteils mit seinen Nachbarn. So sind die Türkei, Aserbaidschan und Armenien bedeutende Abnehmer der georgischen „Exportschlager“ Wein, Früchte, Erz und Metalle. Außerdem werden vermehrt Mineraldünger, Zement, Eisen, Kupfer, Maschinenteile, Essig und Nüsse ausgeführt. Obwohl Georgiens Rohstoffvorkommen begrenzt sind, gehen Gold und Kupfer in den Außenhandel. Neben den Nachbarländern haben die georgischen Exporte besonders die Ukraine, Kanada, Bulgarien, die USA und Mexiko als Ziel. Innerhalb der EU führt Georgien die meisten Güter, neben Bulgarien, mittlerweile nach Großbritannien, Frankreich und Deutschland aus.

Bei den Importen führte 2008 die Türkei die Rangliste der wichtigsten Handelspartner an – gefolgt von der Ukraine, Aserbaidschan und Deutschland. Die weiteren Herkunftsländer georgischer Importe sind die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA, Russland und Turkmenistan. Georgien fragt vornehmlich Energieerzeugnisse, Fahrzeuge und Maschinen, Gesundheitsprodukte, Möbel sowie Kommunikations- und Informationstechnologie im Ausland nach. Trotz der landwirtschaftlichen Nutzung weiter Teile des Landes müssen Weizen und Weizenmehl, tierische und pflanzliche Fette, Zucker, Fleisch und Tabak in anderen Staaten eingekauft werden.

Deutschland: wichtiger Handelspartner
Betrachtet man die Handelsbilanz, war Deutschland 2008 mit einem Handelsumsatz von fast 360 Millionen Euro größter EU-Handelspartner Georgiens.  Zwischen 1997 und 2007 hatte sich der Warenaustausch zwischen den beiden Ländern verdreifacht.  Während aber der Warenstrom von Deutschland nach Georgien nur langsam wächst, sind umgekehrt die Einfuhren nach Deutschland zwischen 2006 und 2008 sprunghaft angestiegen. Ursache dafür ist, dass vornehmlich Erdöl von Georgien nach Deutschland geliefert wird.

Die georgisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen werden ausgebaut
Georgien ist sehr bemüht, die Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland zu intensivieren. Man schätzt den Beitrag Deutschlands beim Aufbau des Landes nach der Unabhängigkeit 1991 und das Engagement deutscher Unternehmer am georgischen Markt. Im September 2007 haben sich in der Deutschen Wirtschaftsvereinigung Georgien (DWVG) deutsche Unternehmen zusammengeschlossen, die in Georgien aktiv sind. Im September 2009 konnte eine deutsche Unternehmerdelegation Georgien besuchen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hatte im Rahmen der deutschen Außenwirtschaftsförderung die Reise für deutsche Unternehmer organisiert. Zeitgleich veranstaltete die Deutsche Wirtschaftsvereinigung Georgien in Tiflis den 1. Deutschen Wirtschaftstag unter dem Titel „Expo Deutschland“.